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Marokko: Die Wahrheit über Prostitution

Ein Bild des Übersetzers

2008-07-20 @ 14:04 EDT · Geschrieben von Jillian York

Übersetzt von Clemens Harten· engl. Originalartikel


Länder:
Marokko
Themen:
Wirtschaft, Bildung, Gender, Humanitarian
Sprachen:
English

 

Marokko steht in dem Ruf, dass es dort besonders viel Prostitution gäbe. Auch wenn die Aussagen mancher aus den Golf-Staaten übertrieben sind: In Marokko, das mit der doppelten Herausforderung von Armut und Massentourismus umgehen muss, beheimatet viele junge Frauen, die einen Ausweg suchen. Während manche zum studieren und arbeiten das Land verlassen, versuchen es andere mit Prostitution. Viele arbeiten in kleineren marokkanischen Städten, ihre Zuhälter sind meist ebenfalls Marokkaner. Manche geraten aber auch in die Fänge der großen, bedauerlichen Sex-Tourismus Industrie, die jährlich zu einigen Prozessen führt. Wieder andere gehen zum Arbeiten in die reichen Golf-Staaten - manche werden Friseure oder Animateure, aber einige landen auch - gewollt oder nicht - in der Prostitution.

Eines der Phänomene in Marokko ist das der studierenden Prostituierten. Der Blogger Words For Change hat einen hervorragenden Artikel geschrieben über die jungen Frauen vom Land, die sich plötzlich in den großen Städten der Universitäten wiederfinden und als Prostituierte enden. Ein Auszug:

In den Schlafsälen der Mädchen lernte Aïcha, wie man sich kleidet, wie man Make-Up aufsetzt und wie eine Frau spricht.
Und es waren auch die Schlafsäle der Universität, in denen sie verleitet wurde, sich ein bisschen Taschengeld für die schönen Kleider zu verdienen, in denen sie wie ein Stadt-Mädchen aussah. Der erste Schritt in den Abgrund waren anonyme Treffen mit älteren Männern, die sie in gute Restaurants einluden und ihr halfen, ihren Charm und ihre Weiblichkeit zu entdecken. Es war der Todesstoß, als sie verstand, dass sie die wenigen Rechnungen für ihren späten Jungendtraum mit ihrem Körper bezahlen musste.

Nachdem Aïcha ihren Abschluss gemacht hatte, viel es ihr schwer ihr gut bezahltes Nachtleben aufzugeben für einen furchtbaren Bürojob, oder die Lichter der großen Stadt für ein kleines Haus in Lhajeb zurückzulassen. Mit verbitterter Stimme erzählte sie mir: “Als ich studierte, wollte ich mir nur Taschengeld verdienen. Ich merkte nicht, dass ich eine Prostituierte war, bis es nach dem Abschluss meine einzige Beschäftigung wurde”. Aïcha lebt noch immer in der Stadt als Prostituierte, um Geld an ihre Familie zu schicken und die Rechnungen zu bezahlen. Ihre Bildung und Schönheit lassen reiche und bekannte Personen von der ganzen Welt sie für ihre Dienste bezahlen.

Thejoker schrieb vor kurzem darüber, wie Prostituierte in Marokko aussehen - ganz gewöhnlich!

Es gibt Prostituierte, denen genügt ein einziges Wort und sie werden dich in ein Gespräch verwickeln. Viele dieser Mädchen studieren, habe eine arme Familie und machen den Job aus Geldnot. Einmal habe ich ein Mädchen gesehen, sehr jung, die auf mich wie eine Jungfrau wirkte. Sie hatte Angst, jemand würde sie ansprechen - als dann schließlich jemand auf sie zuging, war sie ganz angespannt. Es ist wirklich eine Schande, was man auf den Straßen von Casablanca sieht. Manche Marokkaner sagen, wenn eine Frau ihren Schleier nicht trägt, kann man sich sicher sein, dass sie eine Prostituierte ist. Hier ist es nicht wie in Europa, wo die Prostituierten vom Recht anerkannt sind. Im Schmelztiegel Marokko kann man nicht wissen, wer eine Prostituierte ist, und wer nicht. Ich vermute, dass es auch Mädchen gibt, die Jeans und westliche Klamotten tragen und sich nicht prostituieren - aber jeder muss suchen, bevor er die wahre Liebe findet.

4 Kommentare

  1. Readers Edition » Marokko: Die Wahrheit über Prostitution schreibt:

    [...] Beitrag erschien zuerst auf Global Voices. Die Übersetzung erfolgte durch Clemens Harten, Teil des “Project Lingua“. Die Veröffentlichung auf [...]

  2. hassan schreibt:

    es ist leider traurig ich bin ein Marokkaner und mir schmerzt das Herz wenn ich so was lese aber leider ist es die wahrheit die Frauen machen das nicht gerne aber das scheiß Geld was die nicht haben mussen die das machen es ist nicht nur ein Casablanca Probleme sondern ganz Marokko und die sogenannte Scheichs von Golf staaten kommen nur wegen Sex nach Marokko und ihre Frauen wessen nix und die sagen wir sind Moslems.

  3. Hafid schreibt:

    Ich habe es selbst erlebt als ich im marokko was letzes sommer , es waren Frauen die warteten am caffés oder auf die straßen auf kunden . es ging loss ab 100 Dhs ca 10 € .es gab auch sogar schulemädschen die bei schule blau gemacht haben und sich auf die suche nach etwas tachengeld . für mich als marokkaner ist das etwas übertrieben , weil seit ich denken kann gab immer Prostituierten , aber was ich gemerkt hab ist in den letzen jahren (4 bis 5 jahren) die anzahl von Prostituierten sehr hoch geschtiegen .der grund dafür ist ja bekannt …
    und noch was , nicht nur die frauen Prostituieren sondern auch männer :-( .
    also kurz gesagt nicht nur Marokko ist getroffen von diese Phenomen sonderns alle länder mehr oder weniger …ist ist egal von man hin geht es gibt immer Prostituierte , sogar auch in Saoudi arabien , der heiligste orrt für musliemen .

  4. Roberto schreibt:

    Prostitution ist ein sehr schwer Probleme auch in Brasilien. Besonderlich in armer gebieten. Die Sozial Politik zu diesen Leute ist nicht das beste. Victor Hugo in seine beruhmtest buch “Les Miserables” alles erklärte. Die Lösung lang Zeit leider nehmen, vielleicht eine ewigkeit.

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